Power-Wochenende zum Restart

Power-Wochenende zum Restart

Am Wochenende endet die dreiwöchige Liga-Pause, in der Hard, WESTWIEN, die FIVERS und die BT Füchse ins ÖHB Cup Final Four einzogen und das Nationalteam sich nach bereits vier Spieltagen das EURO-Ticket sicherte. Doch nun ist wieder die ZTE HLA MEISTERLIGA am Wort und meldet sich mit einem wahren Power-Wochenende zurück! Förthof UHK Krems und die SG INSIGNIS Handball WESTWIEN kämpfen im direkten Duell um die Tabellenführung, im LAOLA1-Livespiel kann Bregenz Handball gegen Sparkasse Schwaz Handball Tirol endgültig das Meister-PlayOff fixieren, während die Adler noch um ihre letzte Chance spielen. Ebenfalls LIVE auf ORF Sport+ und LAOLA1 kommt es zwischen den BT Füchsen Auto Pichler und der HSG Holding Graz zum Kampf um Platz 8. Zudem sind die FIVERS vor Heimpublikum gegen den SC kelag Ferlach auf Revanche aus, braucht die HSG XeNTiS Bärnbach/Köflach dringend Punkte, muss dafür aber gegen den ALPLA HC Hard ran und plant roomz JAGS Vöslau erneut dem HC LINZ AG zumindest einen Punkt abzuknöpfen.

Als Feuertaufe darf der Start der 19. Runde im Grunddurchgang der ZTE HLA MEISTERLIGA für das neue Bregenz Handball-Trainergespann Marko Tanaskovic und Markus Rinnerthaler angesehen werden. Bereits im Jänner verkündete Michael Roth, den Verein nach Saisonende zu verlassen. Nach dem Aus im ÖHB Cup Viertelfinale gegen die BT Füchse Auto Pichler bot er dem Verein seinen sofortigen Rücktritt an. Marko Tanaskovic und Markus Rinnerthaler, die beide bereits als Nachfolger feststanden, stehen damit gegen Sparkasse Schwaz Handball Tirolerstmals in ihrer neuen Rolle als Cheftrainer an der Seitenlinie. Mit einem Heimsieg zum Einstand würde man auch die Teilnahme am ZTE HLA Meister-PlayOff endgültig fixieren. Umgekehrt haben die Adler dieses noch nicht abgeschrieben, auch wenn eine Teilnahme am Viertelfinale bereits in weiter Ferne ist und es einiges an Schützenhilfe bedarf. Während auf der Gegenseite das neue Trainer-Duo seinen Einstand feiert, wird man bei Handball Tirol auf Klaus Hagleitner verzichten müssen, der nach dem Cup-Aus eine Sperre von zwei Spielen ausfasste. LAOLA1 überträgt am Freitag um 18:30 Uhr LIVE!

Revanche-Gelüste
Am Samstag erwartet die Fans in der Wachau nicht nur das Spitzenspiel Erster vs. Zweiter, Förthof UHK Krems vs. SG INSIGNIS Handball WESTWIEN, sondern vor allem etliche Duelle mit Vorentscheidungs-Charakter und Revanche-Gelüsten.

In der Hinrunde musste sich bspw. der HC FIVERS WAT Margareten dem SC kelag Ferlach mit 23:27 beugen. Das möchte man in der "Hölle" Hollgasse ausmerzen und damit Platz 3 festigen, denn lediglich zwei Punkte hinter den Margaretner lauert der ALPLA HC Hard, der bei der HSG XeNTiS Bärnbach/Köflach gastiert und als haushoher Favorit in das Spiel geht. Bei den Gastgebern betrachtet man das Kräftemessen mit dem Titelaspiranten aus Vorarlberg bereits als Vorbereitung auf die Abstiegsrunde. Neben Spielpraxis benötigt man für dieses noch jeden Punkt.

Das Steirer-Derby, Samstag 18:05 Uhr live auf ORF Sport+ und LAOLA1, zwischen den BT Füchsen Auto Pichler und der HSG Holding Grazläutet den Endspurt im Kampf um ein Ticket für das Meister-PlayOff ein. Die Füchse liegen derzeit auf Rang 8, drei Punkte vor den Grazern. Gewinnt Graz, rückt man nicht nur auf einen Punkt an den Kontrahenten heran, sondern hat auch das direkte Duell, das bei Punktegleichheit herangezogen wird, für sich entschieden. Im Hinspiel setzte sich die HSG Holding Graz 39:33 durch. Für die Landeshauptstädter heißt es zudem die Negativserie zu beenden - seit 19. November 2022 wartet man auf einen Sieg, der letzte Punktgewinn datiert vom 10. Dezember und dem 33:33-Unentschieden gegen roomz JAGS Vöslau.

Die Thermalstädter bekommen es ihrerseits auswärts mit dem HC LINZ AG zu tun, der auf eine ähnlich prall gefüllte Halle wie beim Länderspiel Österreich vs. Ukraine hofft. Die Oberösterreicher zeigten in den vergangenen sechs Runden mit fünf Siegen gehörig auf, setzten sich gegen Bärnbach/Köflach, Hard, Bregenz, die FIVERS, wie auch Graz durch und mussten sich lediglich WESTWIEN geschlagen geben. Doch man ist gewarnt, fanden die JAGS nach Jahreswechsel endlich in die Erfolgsspur und holten ihre ersten beiden Saisonsiege.

Ein erstes Saison-Highlight
Wenn man nach 18 Runden an der Tabellenspitze, bzw. auf Platz 2 liegt, kann getrost bereits von einer starken Saison gesprochen werden. Während der Förthof UHK Krems als Titelverteidiger und damit großer Gejagter in die Saison ging, spielte sich die junge Truppe der SG INSIGNIS Handball WESTWIEN von Woche zu Woche in den engsten Kreis der Titelanwärter. Auch der aktuelle "Kopf der Woche" Thomas Eichberger hat WESTWIEN auf seiner Rechnung: "WESTWIEN spielt bislang eine herausragende Saison. Es wird ein schwieriges Spiel, auf das ich mich persönlich schon sehr freue. Ich hoffe, dass wir das Spiel positiv gestalten können, speziell vor unserem Heimpublikum. Auf solche Partien freut man sich immer, das sind die Highlights einer Saison.“

Das ganze Interview lesen Sie HIER!

19. Spieltag ZTE HLA MEISTERLIGA Grunddurchgang

          

Bregenz Handball vs. Sparkasse Schwaz Handball Tirol
Hinspiel: Sparkasse Schwaz Handball Tirol vs. Bregenz Handball 22:28 (9:16)
Fr., 17. März 2023, 18:30 Uhr
LIVE auf LAOLA1
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HC FIVERS WAT Margareten vs. SC kelag Ferlach
Hinspiel: SC kelag Ferlach vs. HC FIVERS WAT Margareten 27:23 (14:13)
Sa., 18. März 2023, 18:00 Uhr
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BT Füchse Auto Pichler vs. HSG Holding Graz
Hinspiel: HSG Holding Graz vs. BT Füchse Auto Pichler 39:33 (20:11)
Sa., 18. März 2023, 18:05 Uhr
LIVE auf ORF Sport+ und LAOLA1
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HSG XeNTiS Bärnbach/Köflach vs. ALPLA HC Hard
Hinspiel: ALPLA HC Hard vs. HSG XeNTiS Bärnbach/Köflach 35:19 (16:10)
Sa., 18. März 2023, 19:00 Uhr
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Förthof UHK Krems vs. SG INSIGNIS Handball WESTWIEN
Hinspiel: SG INSIGNIS Handball WESTWIEN vs. Förthof UHK Krems 22:28 (11:16)
Sa., 18. März 2023, 19:00 Uhr
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HC LINZ AG vs. roomz JAGS Vöslau
Hinspiel: roomz JAGS Vöslau vs. HC LINZ AG 31:31 (17:16)
Sa., 18. März 2023, 19:00 Uhr
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Kopf der Woche: Thomas Eichberger

Kopf der Woche: Thomas Eichberger

Vor etwas mehr als einem Jahr, kehrte Thomas Eichberger zurück in die ZTE HLA MEISTERLIGA und gewann auf Anhieb mit dem Förthof UHK Krems den Titel. Mit seinen Leistungen sorgte er nicht nur in der Liga und bei Krems für Furore, sondern kämpfte sich damit auch zurück ins Nationalteam. Vergangene Woche präsentierte er sich wie schon bei der Heim-EURO 2020 als sicherer Rückhalt und man schaffte mit den beiden Siegen über die Ukraine die frühzeitige Qualifikation zur EHF EURO 2024.

Du bist vor einem Jahr zurückgekehrt in die ZTE HLA MEISTERLIGA. Die richtige Entscheidung?
Thomas Eichberger: „Das war definitiv die richtige Entscheidung. Ich glaube das letzte Jahr hat gezeigt, dass es nicht immer nur von meiner Seite aus in Eisenach nicht so gelaufen ist, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Seitdem ich zurück bin konnte ich größtenteils meine Leistung im Verein bringen und konnte auch wieder im Nationalteam zeigen, dass ich eine Hilfe sein kann.“

Mit dem Förthof UHK Krems auf Platz 1, mit dem Nationalteam vorzeitig die EURO-Teilnahme gesichert. Bist du mit der laufenden Saison zufrieden?
Thomas Eichberger: „Mit der Tabellensituation in der ZTE HLA MEISTERLIGA können wir nur zufrieden sein. Unser einziger Wermutstropfen ist das Ausscheiden im Cup-Viertelfinale gegen die FIVERS. Aber auch im Vorjahr sind wir im Viertelfinale ausgeschieden und sind dafür dann Meister geworden. Wenn das heuer wieder so läuft, ist das Ok. Dass wir uns mit dem Nationalteam so frühzeitig qualifizieren konnten, ist natürlich super. Das war in dieser durchaus ausgeglichenen Gruppe nicht zwingend zu erwarten, dass wir uns so durchsetzen.“

Wer sind deiner Ansicht nach heuer die schärfsten Konkurrenten auf dem Weg zur Titelverteidigung?
Thomas Eichberger: „WESTWIEN spielt bislang eine herausragende Saison. Natürlich zählt auch Hard zum Favoritenkreis. Mit ihrer Breite und Erfahrung spielen sie jedes Jahr um den Titel mit. Und wir haben auch die FIVERS mit auf der Rechnung, da wir uns im letzten Jahr unglaublich schwer gegen sie getan haben im Halbfinale und eben heuer im Cup gegen sie ausgeschieden sind. Diese drei Teams zählen gemeinsam mit uns meiner Meinung nach zum Kreis der Titelanwärter.“

Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel gegen WESTWIEN, was erwartest du dir von dem Spiel?
Thomas Eichberger: „Es wird ein schwieriges Spiel, auf das ich mich persönlich schon sehr freue. Ich hoffe, dass wir das Spiel positiv gestalten können, speziell vor unserem Heimpublikum. Auf solche Partien freut man sich immer, das sind die Highlights einer Saison.“

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Nationalteam qualifiziert sich vorzeitig für EURO 2024

Nationalteam qualifiziert sich vorzeitig für EURO 2024

Vier Spiele, vier Siege – Österreichs Handball Männer Nationalteam sichert sich dank des 31:28-Arbeitssieg in Linz über die Ukraine vorzeitig die Teilnahme an der EHF EURO 2024 in Deutschland. Das Team von Head Coach Aleš Pajovič zeigte dabei Charakter und Reife, kam nach zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand zurück und drehte das Spiel ab Mitte der zweiten Halbzeit. In der letzten Qualiwoche Ende April geht es zum Abschluss auswärts gegen Rumänien und zuhause in Bregenz, 30. April, 18:00 Uhr, gegen Färöer um Platz 1, der der Mannschaft einen Platz in Lostopf 2 bescheren würde.

„Ich hab das ein wenig erwartet, dass wir nervös beginnen. Der gegnerische Tormann hat uns in den ersten 15 Minuten kaputt gemacht. Da wurden wir ein wenig nervös, wollten mit dem Kopf durch Wand und das hat nicht funktioniert. Ich hab den Jungs in der Kabine gesagt, sie sollen ruhig bleiben und unser System weiterspielen. Das hat zum Glück funktioniert. Es war kein einfaches Spiel. Ich bin stolz auf die Jungs. Das Herz ist da, wir haben Charakter gezeigt und uns zurückgekämpft. Danke auch an das Publikum, sie haben uns diesen Schwung gegeben, den wir am Ende gebraucht haben. Ich bin sehr zufrieden“, analysierte Teamchef Pajovič nach Abpfiff.

Die Ukraine war deutlich besser auf das Spiel der Österreicher eingestellt als noch im Hinspiel vergangenen Donnerstag. Kreisläufer Tobias Wagner, im Hinspiel mit acht Toren noch bester Werfer, wurde komplett zugestellt, hinzu entschärfte Gennadii Komok im Tor der Gäste einen Ball nach dem anderen. Technische Fehler gesellten sich hinzu, zur Halbzeit lag man 11:14 zurück.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit lag das Momentum noch bei der Ukraine, die in der 39. Minute 22:17 in Führung lag. Es schien der Weckruf zu sein. Thomas Eichberger hielt fortan einen Wurf nach dem anderen, die Deckung eroberte Ball um Ball und mit einem 6:0-Lauf drehte man den Zwischenstand auf 23:22. Die Fans in der ausverkauften Sportmittelschule Kleinmünchen, die schon zuvor kräftig Stimmung machten, verwandelten die Halle nun in einen Hexenkessel.

Die Gäste wurden zusehends nervöser, begannen Fehler zu machen, die die Österreicher eiskalt ausnutzten. Von 27:26 zog man auf 31:26 in der 57. Minute davon. Die Vorentscheidung war gefallen, die so wichtigen zwei Punkte in der Tasche. Und damit auch das Ticket zur EHF EURO 2024. Nun geht es noch um den so wichtigen 1. Platz in der Gruppe, den man sich mit zwei weiteren Siegen über Rumänien und die Färöer Ende April sichern kann.

Kapitän Mykola Bilyk: „Es war nocht einfach für uns heute, wir haben  echt eine Zeit gebraucht bis wir ins Spiel gefunden haben. Aber auch das zeigt Charakter, solche Spiele muss man auch gewinnen. Wir haben uns als Mannschaft zurückgekämpft, sind nie zu sehr in Stress geraten und haben auch in schwierigen Phasen kühlen Kopf bewahrt und damit die zwei Punkte geholt und die Quali geschafft. Wir freuen uns, dass wir dabei sind, aber wir wollen Erster in der Gruppe werden.“

Sebastian Frimmel: „Natürlich haben wir gewusst, dass die Ukraine heute Vollgas gibt nachdem sie nach dem Spiel in Deutschland unzufrieden waren mit ihrer eigenen Leistung. Trotzdem ist es an uns gelegen in der ersten Halbzeit, dass wir unsere Chancen nicht rein gemacht haben. Hinten sind wir eigentlich das gesamte Spiel über super gestanden. Ich finde genau das macht unsere Mannschaft aus – wir sind 16 Freunde die um dieses EURO-Ticket spielen, die Spaß daran haben gemeinsam Handball zu spielen. Das hat man heute gemerkt, auch qualitativ. Auch wenn wir 40 Minuten zurück liegen, können wir das Blatt wenden, durch Kamp, Leidenschaft und Qualität. Wir sind sehr glücklich, dass wir heute das EURO-Ticket fixieren konnten, aber jetzt wollen wir uns Platz 1 holen um uns eine gute Ausgangsposition für die EURO selbst zu sichern.“

16th Men´s EHF EURO 2024
10. - 28. Jänner 2024 in Deutschland

Ausrichter: Deutschland
Gesetzt: Schweden (Titelverteidiger), Spanien (Vize-Europameister), Dänemark (3. EHF EURO 2022)

Spielorte:

  • Düsseldorf
  • Mannheim
  • München
  • Berlin
  • Hamburg
  • Köln
Spieltermine EURO-Quali

Österreich vs. Rumänien 36:32 (18:11)

Do., 13. Oktober 2022, 18:00 Uhr, Graz

Färöer vs. Österreich 28:30 (14:14)
So., 16. Oktober 2022, 19:00 Uhr, Torshavn/FAR

Ukraine vs. Österreich 31:38 (13:18)
9. März 2023, 19:00 Uhr, Coburg/GER

Österreich vs. Ukraine 31:28 (11:14)
11. März 2023, 20:25 Uhr, Linz
Werfer Österreich: Mykola Bilyk (6), Robert Weber (5), Boris Zivkovic (5), Sebastian Frimmel (4), Lukas Hutecek (4), Lukas Herburger (3), Janko Bozovic (2), Tobias Wagner (2), Moritz Mittendorfer, Eric Damböck, Elias Kofler, Franko Lastro, Michael Miskovez, Marko Katic, Thomas Eichberger (28% - 11/39), Florian Kaiper

Rumänien vs. Österreich
26. April 2023, 16:30 Uhr, Bukarest

Österreich vs. Färöer
So., 30. April 2023, 18:00 Uhr, Bregenz


               
               
               
               
               
Köpfe der Woche zum Weltfrauentag: Marlis Wenninger

Köpfe der Woche zum Weltfrauentag: Marlis Wenninger

Am 8. März ist Weltfrauentag. Es geht um Gleichberechtigung und es geht gegen Diskriminierung von Frauen weltweit. Gerade als „Männer-Liga“ ist es uns wichtig, hier Zeichen zu setzen. Wir haben daher fünf Frauen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen rund um die ZTE HLA tätig sind, zu den "Köpfen der Woche" gemacht und zum Interview gebeten.

Marlis Wenninger ist selbst ehemalige Handballerin und gemeinsam mit Ana Vranjes seit 17 Jahren als Schiedsrichterin aktiv. Das Duo wird regelmäßig für europäische Wettbewerbe nominiert und durfte sich auch in Finalspielen der ZTE HLA Meisterliga sowie im ÖHB Cup beweisen. Wenninger spricht über fehlende Frauen und männliche Selbstverständlichkeiten im Handballsport.

Wie bist du zum Handball gekommen?
Marlis Wenninger: "Meine Turnlehrerin in der Schule war begeisterte Handballtrainerin und hat mich zu einem Training eingeladen. Während meiner Laufbahn als Spielerin habe ich im Alter von 16 Jahren den Schiedsrichterkurs in Wien besucht. Eine Mannschaftskollegin wollte damals unbedingt den Kurs machen, aber nicht allein hingehen. Beim Kurs waren auch meine (heute immer noch) ZTE HLA - Kollegen Raphael Löschnig und Denis Bolic dabei. Seit der Saison 2006/2007 pfeife ich zusammen mit Ana Vranjes."

Was ist deine aktuelle Tätigkeit beim Handball?
Marlis Wenninger: "Ich bin Schiedsrichterin in den ZTE HANDBALL LIGEN AUSTRIA & der Women Handball Liga Austria. Außerdem pfeife ich zusammen mit Ana seit 2012 die unterschiedlichsten internationalen Bewerbe im europäischen Verband."

Die ZTE HLA ist als Männer-Liga naturgemäß am Spielfeld, aber auch darüber hinaus, männlich dominiert. Wie fühlt sich diese männliche Dominanz für dich an?
Marlis Wenninger: "Bis zu diesem Interview habe ich mir darüber eigentlich keine Gedanken gemacht, da auch in der Women Handball Liga Austria viele Funktionäre Männer sind. Umgekehrt denke ich nicht, dass sich unsere männlichen Kollegen Gedanken darüber machen, wenn sie einer Funktionärin in der Women Handball Liga Austria begegnen. Im Spiel selbst ist das Regelwerk für Frauen und Männer gleich, also macht es für Ana und mich keinen Unterschied, ob wir Frauen oder Männer pfeifen."

Hast du das Gefühl, dass dir deine männlichen Handball-Kollegen anders entgegentreten, weil du eine Frau bist? Wenn ja, inwiefern?
Marlis Wenninger: "Im Schiedsrichterinnen- und Schiedsrichter-Kollegium habe ich nicht das Gefühl, dass mich meine männlichen Kollegen anders behandeln. Normalerweise haben wir bei den Fortbildungen und Trainings viel Spaß zusammen, bei all der seriösen Arbeit, die wir leisten. Bei den Spielern ist es am Anfang meistens lustig zu beobachten, wie sie reagieren, wenn sie uns das erste Mal auf dem Spielfeld sehen. Auch die Reaktion der Zuschauerinnen und Zuschauer ist manchmal bemerkenswert. Am Ende des Tages zählt die Leistung auf dem Spielfeld. Wenn die Leistung passt, werden wir akzeptiert. Wenn wir einen schlechten Tag haben, werden wir genauso wie unsere männlichen Kollegen kritisiert. Unsere Nominierungen als Frauen-Paar für Männer-Finalspiele in der ZTE HLA und im ÖHB Cup haben im Hintergrund natürlich für Kritik gesorgt und zwar nicht wegen unserer Leistung, sondern weil wir Frauen sind. Deswegen möchte ich den Verantwortlichen danken, dass sie uns trotzdem diese Chancen gegeben haben. Wahrscheinlich dauert es bei unseren männlichen Schiedsrichterkollegen auch nicht zehn Jahre, bis sie nach dem Spiel einmal auf ein Bier von den Spielern eingeladen werden ߘ鮠Nachdem Ana und ich kein Bier trinken, können wir damit aber auch ganz gut leben."

Gibt es etwas, das man aus deiner Sicht in Zusammenhang mit dem etwas breiter zu verstehenden Thema Diversity anders machen sollte im Sport?
Marlis Wenninger: "Zur Vorbereitung auf das Interview habe ich mir die Gremien des WHV und des ÖHB auf deren Websites angesehen. Soweit ich gesehen habe, hat mit Mag. Ingrid Felipe (Vizepräsidentin Breitensport im ÖHB) lediglich eine Frau eine Funktion in diesen Gremien inne. Das hat mich etwas schockiert muss ich sagen. Wir müssen unbedingt fördern, dass auch Frauen sich engagieren und um diese Positionen bewerben. Umso mehr Positionen von Frauen im Handballsport ausgeübt werden, umso sichtbarer werden Frauen. Ich hatte unlängst im Freundeskreis eine Diskussion, warum ich von mir selbst als ‚Schiedsrichter‘ und nicht ‚Schiedsrichterin‘ spreche. Da ist mir erstmals bewusst geworden, welche Macht die Sprache hat. Seitdem bemühe ich mich nur mehr die weibliche Form zu verwenden. Aus meiner bisherigen Erfahrung kann ich sagen, dass ich zu Beginn meiner Karriere viele Schiedsrichterkolleginnen hatte (auch auf internationaler Ebene). Umso älter wir geworden sind, umso weniger Kolleginnen sind uns begegnet. Ich glaube, das hängt primär damit zusammen, dass es für Frauen einfach schwieriger ist Beruf, Familie und Freizeit (in meinem Fall Handball) unter einen Hut zu bringen. Auch für Ana und mich ist die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Handball jede Woche eine neue Herausforderung."

Möchtest du noch etwas ergänzen?
Marlis Wenninger: "Mein Sohn geht in die erste Klasse Volksschule und mit Bestürzung musste ich feststellen, dass er nur zwei Turnstunden in der Woche hat. Die Diskussion mit der täglichen Turnstunde gibt es, soweit ich mich erinnern kann, seitdem ich in der Schule war. Ich verstehe nicht, warum die tägliche Turnstunde in Volksschulen immer noch nicht flächendeckend umgesetzt wurde. Außerdem möchte ich auf die Petition zur Erhaltung von ORF Sport+ hinweisen. Die Erhaltung dieses Senders wäre für alle, die im Handballsport involviert sind, wichtig: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/retten-wir-orf-sport-retten-wir-den-oesterreichischen-sport "

Zum Interview mit Sandra Zapletal, Trainerin HC FIVERS WAT Margareten II (ZTE HLA CHALLENGE-Team)
Zum Interview mit Katharina Kitzberger, Vize-Präsidentin Recht, ZTE HANDBALL LIGEN AUSTRIA
Zum Interview mit Marie Schweighofer, PR, Social Media & Marketing, HSG Holding Graz
Zum Interview mit Sandra Barta, Vize-Präsidentin, roomz JAGS Vöslau

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