
Trauer um ÖHB- und FIVERS-Ehrenpräsident Erwin Lanc
Von 1973 bis 1984 gehörte Erwin Lanz den Bundesregierungen unter Bruno Kreisky und Fred Sinowatz an, war als Verkehrs-, Innen- und zuletzt Außenminister tätig.
Zu seiner großen Leidenschaft zählte der Handballsport, zu dem es ihn bereits in jungen Jahren trieb. Bei WAT Margareten, den heutigen FIVERS, stand er als Aktiver auf dem Feld und engagierte sich auch als Trainer.
Ab 1977 stand er den Österreichischen Handballbund als Präsident vor, übte diese Funktion ganze 18 Jahre aus. 1984 wurde er zudem zum Präsidenten der IHF gewählt. In sämtlichen Funktionen arbeitete er unermüdlich an der Entwicklung des Handballsports.
Nach seinem Ausscheiden beim ÖHB wurde Erwin Lanc umgehend zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Wann immer es ihm möglich war, war er auf der Tribüne seines Herzensvereins FIVERS WAT Margareten anzutreffen, wo er ebenfalls zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.
Thomas Menzl, FIVERS-Manager:
„Der Tod von Erwin Lanc erfüllt die FIVERS-Familie mit unermesslicher Trauer, aber auch mit unendlicher Dankbarkeit. Er war Mastermind, Visionär und Gönner unseres Vereins. Die FIVERS wären ohne Erwin nicht die FIVERS, die sie heute sind!
Für mich persönlich war Erwin mein väterlicher Freund, der mir vor 33 Jahren die Chance gab, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er war Ratgeber und Wegbegleiter in guten wie in schlechteren Zeiten. Ein Mann, dessen Wort zählte, ein Mann, dessen Zusagen hielten. Auf Erwin konnte man sich immer verlassen! Es macht mich glücklich, dass ich mit ihm so lange und so eng zusammenarbeiten durfte! Es war die Ehre meines Lebens!
Wir FIVERS haben die Verpflichtung, im Sinne von Erwin für seinen so geliebten Verein weiterzuarbeiten. Sein Intellekt, sein Weitblick, seine Leidenschaft und Charakterstärke werden uns aber dabei sehr fehlen!
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Gattin Chris, seiner Tochter Melitta, seinem Sohn Erik und all seinen Freunden und Wegbegleitern!“
Die HLA spricht den Angehörigen ihr tiefstes Beileid aus!
Politische Laufbahn
Nach der Matura und dem Studium der Rechtswissenschaften startete Erwin Lanc seine politische Laufbahn zunächst als Vertragsbediensteter im Bundesministerium für soziale Verwaltung. Von 1960 bis 1966 war er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats sowie Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Wien/Margareten.
Danach zog es Erwin Lanc in die Bundespolitik. Unter den Regierungen Bruno Kreisky und Fred Sinowatz war er zunächst als Verkehrs-, danach als Innen- und zuletzt als Außenminister tätig.
Erwin Lanc war Vizepräsident der Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich (ASKÖ) und langjähriger Präsident des Österreichischen Handball- und Faustballbundes (1977–1993) sowie Präsident der International Handball Federation (1984–2000).
Nach seinem Rückzug aus der Tagespolitik engagierte sich Erwin Lanc, u. a. von 1989 bis 2008 als Präsident des International Institute for Peace, besonders für den internationalen Frieden und den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern. Ab Ende 2008 war Lanc Ehrenpräsident des International Institute for Peace.
Lebenslauf Erwin Lanc
- Geboren am 17. Mai 1930
- Wiener Gemeinderat, 1960-1966
- Nationalratsabgeordneter, 1966-1984
- Bundesminister für Verkehr, 1973-1977
- Bundesminister für Inneres, 1977-1983
- Bundesminister für Äußeres, 1983-1984
- Bezirksobmann der SPÖ Margareten, 1966-1983
- Präsident des Österreichischen Handballbundes (ÖHB), 1977-1993
- Präsident der Internationalen Handball Föderation (IHF), 1984-2000
- Präsident des Internationalen Insitute for Peace, 1989-2008