Spieltag

Die Entscheidung ist gefallen: Nach 28 erfolgreichen Jahren wird Gerald Zeiner, aktuell Spielertrainer von Sparkasse Schwaz Handball Tirol, mit Ende dieser Saison seine Handballschuhe an den Nagel hängen. Zuvor hat der 33-jährige gebürtige Niederösterreicher aber mit den Adlern noch einiges vor – ein erster Schritt soll ab Samstag im Viertelfinale der HLA MEISTERLIGA erfolgen.

Sparkasse Schwaz Handball Tirol bereitet sich derzeit akribisch auf das am Samstag beginnende Viertelfinale der HLA MEISTERLIGA gegen ALPLA HC Hard vor. Spiel eins der Best-of-three-Serie findet in der Sporthalle am See statt (19.00 Uhr, live auf LAOLA1), Spiel zwei geht am Mittwoch, 27. April, um 19.30 Uhr in der Schwazer Osthalle über die Bühne (live auf K19). Für Gerald Zeiner ist das Match am Samstag einmal mehr eine Rückkehr an die Stätte seiner größten Erfolge – in seinen sieben Jahren in Hard holte der Spielmacher drei Meistertitel, zwei Cupsiege und drei Erfolge im Supercup.

„Hard war sicher handballerisch gesehen meine prägendste Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Es ist zu meiner zweiten Heimat geworden. Als wir vor Kurzem dort gespielt haben, hat man mir Geschenke für meinen neugeborenen Sohn überreicht – das zeigt, dass man auch nach einem Wechsel nicht so schnell vergessen wird, das ist schon etwas Besonders“, erzählt Zeiner. „Jetzt freue ich mich auf das Viertelfinale; da werden weder wir noch Hard Geschenke verteilen. Der Aufstieg ins Semifinale wäre natürlich nochmals ein Highlight meiner Karriere – dass es gegen Hard geht, ist eine schöne Story. Aber wichtig ist eigentlich nicht, welcher Gegner wartet, sondern dass wir mit Schwaz im Viertelfinale erfolgreich sind. Und wir haben definitiv eine Chance.“

Mit dieser Saison endet die Karriere des bald 34-jährigen Rückraumregisseurs – nach stolzen 28 Jahren. Im Alter von sechs Jahren begann Gerald Zeiner seine handballerische Laufbahn bei seinem Heimatverein UHK Krems; ab der U12 dirigierte er auf Rückraum Mitte. Mit 17 gab er sein HLA-Debüt und konnte mit Krems später auch internationale Erfahrung sammeln. 2009 wechselte Zeiner innerhalb der HLA zum UHC Tulln, ein Jahr später zog es ihn nach Leoben.

Bei den Steirern blieb Zeiner drei Jahre, ehe ihn 2013 der Ruf aus Hard ereilte. 2020 landete Gerald Zeiner schließlich bei Sparkasse Schwaz Handball Tirol. „Diese beiden Spielzeiten waren bzw. sind auch noch etwas Besonderes. Wir hatten eine tolle letzten Saison, verpassten knapp den Finaleinzug. Und dass ich das letzte halbe Jahr meiner Karriere noch als Spielertrainer agieren würde, hätte ich mir so auch nicht gedacht; das ist schon eine spezielle Geschichte – dass mir der Verein das Vertrauen geschenkt hat, ist nicht selbstverständlich. Wir können in dieser Saison in Liga und Cup noch einiges erreichen.“

Auch das österreichische Nationalteam, in dem er in den letzten Jahren eine wesentliche Rolle einnehmen durfte, wird künftig auf Gerald Zeiner verzichten müssen: „2014 war ich erstmals bei einem Trainingslehrgang dabei, 2015 habe ich in Innsbruck gegen Spanien debütiert. Es folgten einige Großereignisse. Dass ich das Nationalteam bei der WM 2021 als Teamcaptain anführen durfte, war eine unglaubliche Ehre“, so Zeiner. „28 Jahre Handball sind eine lange Zeit. Ich habe viel erlebt, in Europa fast alle Länder bereist, konnte wichtige Erfahrungen sammeln und tolle Menschen kennenlernen. Es sind Freundschaften in ganz Österreich entstanden. Ich bin schon wehmütig, blicke aber mit einem lachenden Auge in die Zukunft.“

Gerald Zeiner und Gattin Anna, studierte Pharmazeutin und aktuell zudem Medizinstudentin, zieht es mit Sohn Laurenz zurück nach Niederösterreich, genauer gesagt in die Heimat Wachau. „Wir haben dort ein Grundstück gekauft, ich werde künftig bei meinem Schwiegervater am Weingut mitarbeiten. Meine Frau und ich sind seit 15 Jahren zusammen, ich war schon des Öfteren bei der Weinlese dabei. Ich freue mich sehr auf diese neue Tätigkeit, will auch hier Verantwortung übernehmen. Aber wie einst beim Handball werde ich auch hier klein anfangen, möchte mir das Wissen erarbeiten und viel lernen.“

Vom Handballsport lossagen möchte sich Gerald Zeiner aber definitiv nicht: „Handball wird immer Teil meines Lebens sein. Zunächst möchte ich etwas Abstand gewinnen. Doch ich will mittelfristig Trainerausbildungen machen und schauen, was sich künftig anbietet; in Niederösterreich gibt es viele Vereine. Handball hat mir viel gegeben – ich denke, ich kann einiges davon zurückgeben, gerade an Jugendliche.“

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