Erst ein Aufbäumen in der letzten Viertelstunde sicherte Koppensteiner WAT Fünfhauser einen vollen Erfolg gegen Union Handball Club Tulln, das nach dieser Niederlage Schlusslicht in der HLA CHALLENGE bleibt.

Mit einem 28:25-Sieg (Halbzeit 17:15) festigten die Wiener am Samstagabend in ihrer Heimhalle in der Tellgasse im 15. Bezirk damit den sechsten Tabellenplatz. Fünfhaus drehte ab der 45. Minute einen 22:24-Rückstand gegen die Niederösterreicher mit viel Willen noch in einen Sieg, Tulln war im Finish von der Rolle, als in 15 Minuten erst wenige Sekunden vor der Schlusssirene ein einziges – schon bedeutungsloses – Tor gelang. Bei Fünfhaus herrschte danach Erleichterung, bei den Tullnern gab es Hadern über den möglichen, vergebenen Auswärtssieg.

Es war die neunte und letzte Runde in der Hinrunde der HLA CHALLENGE in der Meisterschaftssaison 2021. Die ersten zehn Minuten in der Partie in der Sporthalle Tellgasse waren symptomatisch: Nach einer schnellen 1:0-Führung für Koppensteiner WAT Fünfhaus durch Flügel Elias Kropf war einmal mehr die Defensive der Schwachpunkt der Wiener. Die Tullner kamen zu einfach zu Toren. Das Tullner Trio mit Kreisläufer Max Wolffhardt sowie Lukas Majbik im Aufbau und vor allem mit Regisseur Oliver Nikic als Lenker und Denker im Aufbau konnte sich immer wieder durchsetzen.

Erst nach gut zehn Minuten kam Koppensteiner WAT Fünfhaus besser ins Spiel. Die Fäden zog dabei Chris Fercher, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Philipp Scholz zentral im Aufbau statt am Flügel spielte und nicht nur die beste Leistung für Fünfhaus in der heurigen Herbstsaison ablieferte, sondern auch noch als sechsfacher Torschütze glänzte. Severin Lampert war für Fünfhaus vom Flügel gewohnt erfolgreich. Aber die Gäste aus Niederösterreich ließen sich nie abschütteln. Die Hereinnahme von Florian Haag im Tor der Tullner statt Ari Nimanay machte sich besonders bezahlt, weil er mit so mancher Parade Fünfhauser Treffer vereitelte. Zur Pause lag Fünfhaus nur knapp mit 17:15 in Front.

In der zweiten Halbzeit machte sich bei Fünfhaus das verletzungsbedingte Fehlen mehrerer Stammspieler deutlich bemerkbar, mit Alex Odvarka, Nepomuk Wilken, Jonas Eberl und Thiemo Koblicha-Rathausky durften mehrere Spieler des Futureteams auf der Fünfhauser Bank Platz nehmen. Oliver Nikic unterstützt vom technisch starken Patrick Gasperov führte Tulln nach 40 Minuten zum 21:21-Ausgleich. Den Gäste aus Niederösterreich hatten nun ihre stärkste Phase und kamen recht mühelos bis zur 45. Minuten zu einer 22:24-Führung. Ins Bild passte, dass Fünfhaus gleichzeitig zwei Siebenmeter verwarf, einmal die Latte traf und mit zwei Mann in Unterzahl einen noch größeren Rückstand verhinderte.

Bei einem Time out fand Fünfhaus-Trainer Roland Eberl gemeinsam mit Co-Trainer Roland Glätzl offensichtlich die richtigen Worte. Denn auf einmal spielte Koppensteiner WAT Fünfhaus in der Abwehr viel aggressiver und ein ausgezeichneter Alex Kirchknopf im Fünfhauser Tor ließ eine Viertelstunde lang kein einziges Tor mehr der Gäste aus Niederösterreich zu. Nikic, Gasperov und auch ihre Teamkameraden auf den Flügeln trafen bei den Tullner Angriffen einfach nicht mehr.

Anders Fünfhaus: Mit dem immer stärker werdenden Aufbauspieler Georg Mayr-Pranzender und den Kraftakten von Lenny Fetz am Kreis konnte der Rückstand bis zur 54. Minute in eine 25:24-Führung gedreht werden. Die Fünfhauser Fans hatten bis dahin schon Blut geschwitzt. Auf einmal spielte Fünfhaus befreit bis zum 28:24 auf, ehe Patrick Gasperov Sekunden vor dem Ende nach viertelstündiger Durststrecke noch ein Treffen zum 28:25-Endstand gelang.

Als beste Spieler ihres Teams wurden zu Recht die beiden Torleute ausgezeichnet: bei Union Handball Club Tulln Florian Haag, bei Koppensteiner WAT Fünfhaus Alex Kirchknopf.

Roland Eberl (Trainer Koppensteiner WAT Fünfhaus): „Eine Topleistung. Wir haben sieben Kaderspieler vorgeben müssen. Die Mannschaft hat Moral bewiesen und gekämpft bis zum Schluss. Ausgezeichnete Leistung von Chris Fercher und Alex Kirchknopf.“

Raimund Auss (Trainer Union Handball Club Tulln): „Fünfhaus hat den Sieg mehr wollen. Im Endeffekt hätten haben wir bei 22:24 in der zweiten Hälfte den Deckel nicht draufgemacht. Wir haben viel zu viele Fehler in der Schlussphase gemacht.“

Koppensteiner WAT Fünfhaus vs. Union Handball Club Tulln 28:25 (17:15)
Sa., 13. November 2021, 19:00 Uhr
Werfer Koppensteiner WAT Fünfhaus: Georg Mayr-Pranzeneder (7), Severin Lampert (7), Christoph Fercher (6), Leonard Fetz (4), Elias Kropf (3), Viktor Dudic (1)
Werfer Union Handball Club Tulln: Maximilian Wolffhardt (6), Lukas Majbik (5), Renato Matijevic (3), Oliver Nikic (3), Patrick Gasperov (3), Lorenz Wutzl (2), Alexander Fitz (2), Mathias Riedlmayer (1)
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