fenster.com Köpfe der Woche zum Weltfrauentag: Valentina Schartel & Lena Kirstorfer

fenster.com Köpfe der Woche zum Weltfrauentag: Valentina Schartel & Lena Kirstorfer

Zum Internationaler Frauentag rücken wir Frauen in den Fokus, die den Handball nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch hinter den Kulissen mitgestalten! 

Valentina und Lena sind bei den roomz JAGS Vöslau für Kommunikation und Social Media verantwortlich. Sie erleben Handball nicht nur während der Spiele, sondern begleiten den Verein täglich – von Contentproduktionen in der Halle über neue Ideen für die Kommunikation bis hin zu Einblicken in die Vereinsarbeit hinter den Kulissen. Für sie ist Handball vor allem eines: eine starke Community, die von Engagement und vielen helfenden Händen lebt!

 

Welche Rolle spielt Handball aktuell in deinem Leben?

Valentina: Handball begleitet mich, seit ich neun Jahre alt bin – der Sport war also immer Teil meines Lebens. Zuerst viele Jahre als Spielerin, später zusätzlich durch meine ehrenamtliche Tätigkeit und zuletzt auch beruflich durch unsere Zusammenarbeit mit der HLA MEISTERLIGA beim Branding des HNDBL3BEAT.

Heute bedeutet Handball für mich vor allem Community und Engagement. Durch meine Familie bin ich tief in die Vereinsarbeit hineingewachsen. Man bekommt mit, wie viel Aufwand hinter einem Verein steckt und dass es immer helfende Hände braucht, vor allem angesichts dessen, dass die JAGS mitunter einer der größten Handballvereine Österreichs darstellen und ausschließlich von Ehrenamtlichen gestemmt werden.

Offiziell kümmere ich mich gemeinsam mit Lena um Social Media und Kommunikation. Aber eigentlich machen wir im Verein mittlerweile alles, was anfällt.

Lena: Handball ist bei uns nicht nur am Wochenende bei den Spielen Thema, sondern eigentlich ständig. Wenn dein Freund spielt, sein Papa Präsident ist, seine Mama bei Heimspielen mithilft und seine Schwester mit dir gemeinsam die Kommunikation macht, dann gibt es selten Konversationen, in denen Handball nicht aufkommt.

Valentina und ich kümmern uns gemeinsam um alles rund um Kommunikation, Social Media und mittlerweile um einiges mehr. Das heißt: Wir stehen in der Halle, produzieren Content mit den Jungs, überlegen uns neue Ideen, sind bei den Spielen dabei, tauschen uns mit den Trainer:innen und Helfer:innen aus und bekommen gleichzeitig auch alles mit, was hinter den Kulissen, rund um Vorstand und Co., passiert.

Und genau das macht es besonders. Ich sehe nicht nur das Spiel am Feld, sondern auch die Emotionen davor und danach – Diskussionen, Erleichterung, Frust, Euphorie. Dadurch fühlt sich das Ganze nie wie „Arbeit“ an, sondern eher wie Teil von etwas, das man miterlebt und mitträgt.

 

Wie bist du das erste Mal mit Handball in Verbindung gekommen?

Valentina: Durch meinen Bruder Fabian. Klaus Schuster und die Prokops haben ihn damals zum Handball nach Vöslau gebracht. Und was der große Bruder gemacht hat, musste ich natürlich auch machen.

Lena:  Am Anfang war ich bei den Spielen der JAGS als „einfacher“ Fan und Unterstützerin für Fabian dabei. Aber dadurch, dass das gesamte Umfeld so stark involviert ist, bleibt es nicht lange beim Zuschauen. Mit der Zeit bin ich immer tiefer in das Vereinsgeschehen hineingewachsen. Vor allem auch durch Valentina, die davor schon den Social Media Account geführt hat. Irgendwann war es klar, dass wir das gemeinsam weiterführen und weiterentwickeln.

 

Wie nimmst du die Geschlechterverteilung im Handball wahr – auf und abseits des Spielfelds?

Valentina & Lena: Männer bekommen mehr mediale Aufmerksamkeit und dadurch auch mehr Sponsoring. Mehr Budget ermöglicht professionellere Strukturen, bessere Entlohnung und langfristig natürlich auch ein höheres Niveau.

Auch wenn im österreichischen Handball generell nur wenige Spieler wirklich hauptberuflich davon leben können, sind wir bei den Frauen davon noch deutlich weiter entfernt. Frauen erhalten teilweise gar keine oder nur eine sehr geringe Aufwandsentschädigung – wobei dessen Bezeichnung genau gegenteilig dem tatsächlichen Aufwand eben nicht gerecht wird.

Der physische, psychische und zeitliche Einsatz der Spielerinnen und Trainer:innen in der WHA MEISTERLIGA ist in der Regel derselbe wie jener der Männer in der HLA MEISTERLIGA – die strukturellen Rahmenbedingungen sind jedoch andere.

 

Inwiefern bist du im Handball schon mit Klischees oder festgefahrenen Rollenbildern konfrontiert worden?

Valentina & Lena: Das klassische Klischee lautet oft: „Männerhandball ist schneller, härter und interessanter.“ Solche Denkmuster sind tief verankert und man merkt manchmal selbst, wie automatisch man sie übernimmt. Umso wichtiger ist es, sie bewusst zu hinterfragen.

Gleichzeitig erleben wir im Vereinsumfeld viele starke Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Bei den JAGS gab es lange eine Präsidentin an der Vereinsspitze und auch viele organisatorische Schlüsselrollen sind weiblich besetzt.

 

Welche konkreten Schritte könnten deiner Meinung nach dazu beitragen, Vielfalt und Gleichstellung im Handball nachhaltig zu fördern?

Valentina & Lena: Mehr Sichtbarkeit ist ein wichtiger Hebel. Medienpräsenz, Social Media und gutes Storytelling sorgen dafür, dass Spielerinnen und der Frauenhandball insgesamt stärker wahrgenommen werden – denn was gesehen wird, wird auch relevant.

Gleichzeitig wird sich der bestehende Kreislauf nicht von selbst verändern. Es braucht gezielte Investitionen und den Mut, bewusst beim Frauenhandball anzusetzen. Wenn Sponsoren und Partner:innen hier stärker unterstützen, können bessere Rahmenbedingungen entstehen. Das Ergebnis: Professionellere Strukturen, mehr Entwicklungsmöglichkeiten und langfristig ein höheres und damit auch attraktiveres Niveau für Spielerinnen, Trainer:innen und Sponsoren.

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